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© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Ortsverband Rehburg-Loccum - 2020,  aktualisiert: 06.09.2020                             
 
01.05.2020
Mehr Natur im Stadtwald
Entnahme von Flächen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung
Die Stadt Rehburg-Loccum besitzt ca. 350 ha Stadtwald. Der Wald wird als Betreuungsforst durch die Niedersächsischen Landesforsten nach den Kriterien des LÖWE-Programms („Langfristige Ökologische Waldentwicklung“) bewirtschaftet.

Größere Anteile des Stadtwaldes unterliegen verschiedenen Schutzkategorien, wie FFH-Gebiet, Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet oder gesetzlich geschütztes Biotop. Keine dieser Schutzkategorien bewirkt aber einen Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung, die jeweils gültigen Schutzgebietsverordnungen legen allenfalls geringfügige Auflagen fest.  Dass die genannten Schutzkategorien im Stadtwald hinter wirtschaftliche Interessen zurücktreten, zeigt der völlige Kahlschlag des gesetzliche geschützten Biotops GB NI 0196 im Spätsommer 2019 einschließlich der (Wieder-)-Herrichtung von Entwässerungsgräben.

Welchen Beitrag zum Naturschutz Habitatbäume im Stadtwald spielen, ist uns nicht bekannt, da sie in der Örtlichkeit nicht gekennzeichnet sind

Angesichts des aktuell diskutierten „Insektensterbens“ ist eine deutlich stärkere Ausrichtung der Waldbewirtschaftung auf Naturschutzbelange erforderlich. Diese kann am einfachsten durch langfristig aus der Nutzung genommene Waldflächen umgesetzt werden. Hier kann sich der Wald ohne jegliche menschliche Eingriffe entwickeln und alle Phasen von der Verjüngung bis zum Zerfall ungestört durchlaufen. Die Bundesregierung hat im Jahr 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt verabschiedet. Darin wird u.a. das Ziel formuliert, dass bis 2020 auf einem Anteil von 5 % der deutschen Waldfläche bzw. 10 % des öffentlichen Waldes eine natürliche Waldentwicklung stattfindet, d.h. dass auf den Flächen alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen eingestellt werden. Viele öffentliche Forstbetriebe haben sich bereits an diesem Programm beteiligt, so z.B. die Niedersächsischen Landesforsten mit 8,2 % ihrer Waldflächen (Stand Oktober 2015). Im Jahr 2017 hat die Niedersächsische Landesregierung eine Erhöhung auf 10% der Waldfläche beschlossen.

Nutzungsfreie Wälder leisten zudem einen hohen Beitrag zum Klimaschutz. Der Verzicht auf die Holzentnahme führt über viele Jahrzehnte zu stetig wachsendem Holzvorrat, in dem CO2 langfristig festgelegt ist. Neben dem hohen Natur- und Klimaschutzwert kommt den nutzungsfreien Wäldern auch eine hohe Erholungsfunktion zu.

Unsere Forderung an den Rat:

Es werden ca. 10% bzw. ca. 35 ha der Fläche des Stadtforstes endgültig aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den durch das Eschentriebsterben geschädigten Beständen, insbesondere den gesetzlich geschützten Biotopen. Hier ist der wirtschaftliche Minderertrag am geringsten und die Flächen sind aufgrund der hohen Bodenfeuchte ohnehin schwer zu bewirtschaften.